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Wieder kommt es auf Begriffe an

Volkswehr
Volkswehr
Wieder kommt es auf Begriffe an

Mißbrauch des Begriffs “Volkswehr” (“Militia“, “Opoltschentsy”) durch die Terroristen von Luhansk und Donezk

Von Dagmar Schatz

Mit dem Begriff “Volkswehr” (“Militia“,”Opoltschentsy”) stellen sich die Terroristen von Luhansk und Donezk direkt in die Tradition russischer Geschichte und russisch-orthodoxer Heiligenverehrung:

Unter Boris Jelzin wird am 4. November erstmalig der „Tag der Nationalen Einheit“ begangen, der auf einem der der „Gottesmutter von Kasan“ gewidmeten religiösen Feiertage – derzweite ist der 21. Juli – gelegt wurde. Er ersetzt als arbeitsfreien Tag den Tag der Oktoberrevolution am 7.11., an dem seitdem gearbeitet werden muss – den Kommunisten, die diesen Tag weiterhin begehen wollten, wurde so das Wasser abgegraben. Die Symbolik dieser besonders heiligen Ikone, die seit ihrem Diebstahl 1904 als verschollen gilt, hat mit Kriegen und Siegen zu tun. So soll sie  1612 die Polen, 1709 die Schweden und 1812 Napoleon vertrieben haben.

Hauptsächlich wird allerdings der Sieg 1612 gegen ein polnisch-litauisches Besatzerheer durch eine vom Nischnij Nowgoroder Gemeindevorsteher Kusma Minin und dem Moskauer Fürsten Dimitri Poscharski geführte Volksmiliz, genannt “Volkswehr” (“Militiamen“, “Opoltschentsy”) gefeiert. Dieser Sieg habe die „Zeit der Wirren“ („Smuta“) beendet, nach der Michail I. Romanow zum Zaren gewählt wurde und nach Aufständen, Hungersnöten und Epidemien wieder Ruhe und Stabilität einkehrte. Munin und Poscharski hätten die Ikone mitgeführt und „vor sich gehalten“. Der Feiertag sei unter den Zaren 248 Jahre lang begangen worden.

Schon, als der Feiertag am 4. November 2005 zum ersten Mal abgehalten wurde, kam es zu Exzessen bei einem von den Ultranationalisten dominierten „Russischen Marsch“, der zu einem Verbot führte, den Marsch durch die Innenstadt zu führen. 2008 wurde mehrheitlich auf dem Marsch der Ultranationalisten der Hitlergrußpräsentiert, an Fahnen werden nicht nur die offizielle russische Fahne, sondern auch die Zarenfahne und das internationale Nazi-Symbol, das – in Deutschlandverbotene – Keltenkreuz gezeigt, oben die Kombination von Zarenflagge und Keltenkreuz als Fahne der damals noch existierenden DPNI, der „Bewegung gegen illegale Einwanderung“. Diese Gruppierung pflegt gute Kontakte zu ausländischen Rechtsextremisten, u. a. zur NPD aber auch zum ehemaligen Grand Wizard des KuKluxKlan, David Duke und zum Holocaustleugner Jean-Marie Le Pen. 2012 durfte der Marsch wieder durch die Innenstadt führen.

Darauf nimmt die Selbstbezeichnung als “Volkswehr” Bezug.

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