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Bishof Borys Gudziak: Bitte betet für Pater Mykola Kwytsch und verbreitet diese Information

Bishof Borys Gudziak: Bitte betet für Pater Mykola Kwytsch und verbreitet diese Information
Article by: Yuriy Lukanov
Translated by: Christine Chraibi
Edited by: A. N.

Griechisch-katholischer Priester auf der Krim von pro-russischen Kräften entführt.

Die Entführung geschah am Samstag, den 15. März zwischen 10 und 11 Uhr morgens in Sewastopol auf der Halbinsel Krim, Ukraine. Bewaffnete pro-russische Kräfte entführten Pater Mykola Kwytsch, einen Priester der Unierten Griechisch-katholischen Kirche, direkt vom  Pfarrhaus der Mariä-Himmelfahrts-Gemeinde in der Silska-Straße 5 (in Höhe von km 5 auf der Straße nach Balaklava)

Pater Mykola wurde von zwei Männern in Uniform und vier Männern in Zivilkleidung abgeführt. Der junge Kaplan, der der Kirche als Militärseelsorger für die ukrainische Marine diente, wurde an einen unbekannten Ort gebracht und wird dort gefangen gehalten. Ein Mitglied seiner Gemeinde, das P. Kwytschs Mobiltelefon anrief, hörte gegen den Priester ausgestoßene Flüche, bevor die Verbindung wieder getrennt wurde. Berichten zufolge ist er noch am Leben.

Im Laufe dieser Woche hatten Bruder Mykola und andere Griechisch-katholische Priester auf der Krim auf Anweisung des Direktoriums der Ukrainischen Griechisch-katholischen Kirche ihre Frauen und Kinder aufs ukrainische Festland evakuiert. Die Pfarrer selbst kehrten jedoch wieder zu ihren Pfarrgemeinden zurück, um in Zeiten der Krise ihren Gläubigen moralisch beizustehen und sie vor Übergriffen zu schützen.

Der Aufruf von Papst Franziskus “Die Priester sollen den Geruch ihrer Herde haben” war für den katholischen Klerus in der Ukraine Inspiration während der Monate des friedlichen Protests von Millionen von Bürgern, der am 21. November begonnen hat, nachdem Präsident Janukowytsch sich geweigert hatte, das Assoziationsabkommen mit Europa zu unterzeichnen.

Während des Dezember und die meiste Zeit des Januar blieben die Demonstrationen der “Revolution der Würde” trotz Provokationen und Angriffen der Bereitschaftspolizei friedlich. Ende Januar und Anfang Februar führten dann aber Gewalttätigkeiten der Sonderstreitkräfte der Regierung gegen Demonstranten zu einer Konfrontation, der über 100 Menschen zum Opfer gefallen sind. In der Ukraine werden die Opfer “Himmlische Hundertschaft” genannt.

Nachdem am 20. Februar von der Regierung eingesetzte Scharfschützen mit Schnellfeuergewehren eine Vielzahl unbewaffneter Protestierender brutal ermordet hatten, verweigerte sich die Polizei, den Befehlen von Präsident Janukowytsch zu folgen. Am 22. Februar floh Janukowytsch aus Kyiw und tauchte später in Russland auf, von wo aus er die Infiltration von weiteren russischen Militärstreitkräften begrüßt. Die Besatzung durch russische Militärstreitkräfte auf der Krim dauert jetzt schon drei Wochen an, und viele Ukrainer befürchten, dass unmittelbar ein Krieg bevorsteht.

Gestern kehrte ein anderer Griechisch-katholischer Priester zu seiner Wohnung auf die Krim zurück (der genaue Ort wird zum Schutz seiner Identität nicht genannt), und fand an der eingeschlagenen Tür seiner Wohnung ein Drohschreiben “Raus mit den Spionen des Vatikan”. Vor dem Gebäude standen Polizeibeamte.

Die Griechisch-katholischen Priester auf der Halbinsel Krim sind angewiesen worden, an diesem Sonntag in ihren eigenen Kirchen keine Gottesdienste zu feiern und statt dessen in Römisch-katholischen Kirchen zu assistieren, wo ihre Sicherheit im Beisein von weiteren Klerikern möglicherweise nicht so sehr bedroht ist.

Die Janukowytsch-Regierung hatte in der Weihnachtszeit damit gedroht, die Griechisch-katholische Kirche als illegal zu erklären, weil Priester auch gegenüber Gläubigen, die an den Protesten teilnahmen, ihre Amtspflichten nachkamen. Die Ukrainische Griechisch-katholische Kirche war von 1946 bis 1989 die größte illegale Kirche in der Welt und ein wichtiger Bestandteil der sozialen Opposition gegen die Sowjetherrschaft in der Ukraine. Da sie nicht mit der Sowjetmacht kollaborierte, genoss sie in der postsowjetischen Zeit ein besonderes moralisches Ansehen, das auch in der aktuellen sozialen und politischen Krise anhält.

Bishof Borys Gudziak

Leiter der Abteilung für Außenbeziehungen der Ukrainischen Griechisch-katholischen Kirche

Diözesanbischhof der Eparchie des Hl. Wolodymyr für Ukrainisch griechisch-katholische Christen in Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Luxemburg und der Schweiz

Paris, 15. März 2014

Quelle: https://www.facebook.com/borys.gudziak/posts/650295291702322

Translated by: Christine Chraibi
Edited by: A. N.
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